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Robert A.

* 1916 IN WILHELMSHAVEN
Die „Zentrale Meldestelle für westdeutsche und Westberliner Messebesucher“, Aufnahme von 1960. Während seiner Messebesuche in Leipzig muss sich das Ehepaar A. in der Kontaktstelle melden und wird zu Aussprachen mit Vertretern der Nationalen Front eingeladen.
Die „Zentrale Meldestelle für westdeutsche und Westberliner Messebesucher“, Aufnahme von 1960. Während seiner Messebesuche in Leipzig muss sich das Ehepaar A. in der Kontaktstelle melden und wird zu Aussprachen mit Vertretern der Nationalen Front eingeladen.

DIEBE UNERWÜNSCHT

Robert A. hat seit 1960 Kontakte in die DDR. Er ist politisch interessiert und steht der DDR aufgeschlossen gegenüber. Der Elektronikfachmann von Philips Deutschland wird deshalb mehrfach zu Kongressen und Messen in die DDR eingeladen, an denen er gerne teilnimmt. Bei den Bundestagswahlen am 17. September 1961 tritt A. als Direktkandidat der Deutschen Friedens-Union (DFU) an. Er berichtet daraufhin von massiven Repressalien in seinem Betrieb und überlegt überzusiedeln.

Kann ich aber damit rechnen, wenn die Repressalien zu groß sind, oder es nicht mehr weiter geht, daß, wenn ich an die Tür der DDR anklopfe, auch Gehör finde?

Am 30. März 1962 fährt er mit dem Auto direkt ins Aufnahmeheim für Akademiker in Ferch bei Potsdam und meldet sich als Zuwanderer. Hier heißt man ihn gerne willkommen. Doch schon wenige Tage später werden Elektrogeräte entdeckt, die er aus seinem Betrieb entwendet hat. Auch das Auto ist gestohlen und wird von den DDR-Behörden zurück in die Bundesrepublik gebracht. Trotzdem fordert A. eine gehobene Position im Außenhandel der DDR. Zwei Monate später wird sein Antrag auf Einbürgerung abgelehnt und A. mit einem Sperrvermerk zurück in die Bundesrepublik geschickt.