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Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989

Wechselseitig erzählt die kaum bekannte Geschichte jener Menschen, die von der Bundesrepublik in die DDR über­siedelten. Die Erinnerung an die mehr als drei Millionen Menschen, die den umgekehrten Weg wählten, ist dage­gen fest im gesellschaftlichen Gedächtnis verankert.

Die meisten der etwa 500.000 Personen, die in die DDR ein­wanderten, wechselten vor dem Mauerbau 1961 von West nach Ost. Nur eine Minderheit ging diesen Weg aus poli­tischer Überzeugung. Die meisten Übersiedler kehrten zurück zu ihren Familien und Freunden, hatten sich ver­liebt, flohen vor Strafverfolgung, folgten dem Ruf der Kirchen, suchten Arbeit, ein besseres Leben oder einen persönlichen Neuanfang: Migration als Normalfall der Geschichte. Erst der Kalte Krieg mit seiner Systemkon­kurrenz zwischen Ost und West macht diese Migrations­geschichten zu etwas Besonderem.

Wechselseitig lässt diesen Aspekt der deutsch-­deutschen Geschichte am Beispiel der Lebenswege von mehr als 20 prominenten und unbekannten Übersiedlern lebendig werden. Die Frauen und Männer, die in dieser Ausstel­lung zu sehen sind, wechselten seit den 1950er Jahren bis in die späten Achtziger die innerdeutsche Grenze. Ihnen erging es recht unterschiedlich, das Spektrum der Lebens­geschichten reicht von einem erfüllten und zufriedenen Leben in der DDR über Bespitzelung im Alltag bis hin zu Haft, Flucht und Tod.

Wechselseitig geht auch auf übergreifende Themen der West­-Ost-­Migration ein: die Prozedur in den Auf­nahmeheimen, die Erfahrungen der Übersiedler in der DDR­-Gesellschaft, auf die oft entscheidende Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit, die deutsch­-deutschen Propagandaschlachten, auf die Auslandsspionage der DDR und wie es rückbeorderten Kundschaftern erging.

Wechselseitig im Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg

 „Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989” ist vom 19. Oktober bis zum 19. Dezember 2018 im Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg zu sehen. Der Flyer zur Ausstellung findet sich hier, die Öffnungszeiten hier.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 18. Oktober um 17 Uhr eröffnet. Das Programm - unter anderem spricht Dr. Maria Nooke mit dem Zeitzeugen Christoph Sender - finden Sie hier. (Einladung als PDF)